Zeitungskritik aus dem Starnberger Merkur vom 27. 6. 2005 (Auszug):

Dramatische Beziehungen
Lesung, Skulpturen und Musik in der Galerie Ammann in Pöcking:

Ein "Mann, der durch die Wand geht" - könnte das nicht der einsame alte Mann sein, der in Peter Bichsels Erzählung "Ein Tisch ist ein Tisch" neue Bezeichnungen für die Dinge in seiner Umgebung erfindet? Ein Mann, der durch eine Wand geht - passt das nicht auch auf Arnold Schönberg, der eine Musik erfunden hat, die zunächst auf Unverständnis stieß? "Der Mann, der durch eine Wand geht" ist aber auch eine kleine Bronze, die der Pöckinger Bildhauer Helmut Ammann 1982 schuf. "Wir wollen neue Deutungszugänge finden", erklärte Nachlassverwalterin und Galeristin Marita Krauss.

Protagonisten dieses neuen Projekts sind neben den sieben Skulpturen, denen jeweils ein Text und eine Musik gegenübergestellt wird, die in Wien lebende Sprecherin Barbara Bernhard, Erich Kasberger, sowie der Pöckinger Pianist Norbert Groh.

Von Menschen, die ihre Gesichter schonen war aus Rilkes "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" zu hören. Das Scheinwerferlicht war dazu auf Ammanns "Maske mit Hand" gerichtet, auf dem Klavier ertönte Skriabin.

Ein Programm, das zum einen durch einen ebenso liebevollen wie gekonnten Vortrag bestach, und zum anderen durch eine höchst einfühlsame wie gelungene Zusammenstellung und feinsinnige Dramaturgie. (Katja Sebald)

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